Workshop:

Neuere Ansätze in der Medical Anthropology

Wintersemester 1999/00

Viola Hörbst M.A. (hoerbst@lrz.uni-muenchen.de) und Maria Delius (Maria.Delius@gyn.med.uni-muenchen.de)
Institut für Ethnologie und Afrikanistik der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Medical Anthropology fächert sich in verschiedene Bereiche und Schulen auf. Byron Good (1994) unterscheidet dabei vier theoretische Hauptströmungen: den empirischen Ansatz, den kognitiven Ansatz, den interpretativen Ansatz und den Ansatz der Critical Medical Anthropology. Dieses Schema bietet einen hilfreichen Rahmen, die Entwicklung von Gedanken, Ideen und theoretischen Überlegungen innerhalb der Medical Anthropology zu verstehen und einzuordnen.
Neue Ansätze können aber oft nicht eindeutig diesen Untergruppen zugeordnet werden. Häufig überschneiden sich verschiedene Strömungen, zum einen weil die VertreterInnen Ideen sowie Kritiken anderer Ansätze in ihre theoretischen Überlegungen aufnehmen, zum anderen weil die Medical Anthropology von den in der Ethnologie und anderen Sozialwissenschaften vorherrschenden Strömungen beeinflusst wird.
Allerdings gibt es Themenbereiche, die in neueren Arbeiten immer wieder zu finden sind. Social Suffering, Experience, Agency, Embodiment, Risk, Violence sind die zentralen Begriffe hierzu. Anhand dieser Schlagwörter wollen wir neue Ansätze untersuchen. Herauszuarbeiten ist dabei, wie das Interesse an diesen Themen entstanden ist, wie die verschiedenen Ansätze damit umgehen und wie sie gemäß dem Schema von Good einzuordnen wären.
Da die Winterzeit eher zum Lesen anregt, wird dieser Workshop aus Literaturarbeit bestehen. Projektarbeiten gibt es wieder im nächsten Sommersemester.