Vorlesungsreihe:

Krankenversicherung und soziale Sicherung in Afrika III

Sommersemester 2007

Organisatorin: Angelika Wolf M.A. (Angelika.Wolf@uni-bayreuth.de)
Universität Bayreuth, Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften

Krankheit bedeutet in den meisten Ländern Afrikas für viele Menschen eine wirtschaftliche Krise. Nicht nur bringt der Arbeitsausfall Lohneinbußen mit sich, es fallen zusätzlich hohe Kosten für Krankenversorgung und Medikamente an. Krankenversicherungsinitiativen sind jedoch wenig bekannt und scheiterten in der Vergangenheit häufig. Allerdings gelten Krankenversicherungen als Modell sozialer Sicherung mit globalem Anspruch. Nicht nur sind unsere Sicherungssysteme in neuerer Zeit in die Diskussion gelangt, ihre Übertragbarkeit auf andere Kontinente stößt an bestimmte Grenzen. Die Ringvorlesung hinterfragt gängige Paradigmen sozialer Sicherung am Beispiel des Transfers von Krankenversicherungen in Länder Afrikas und beschreibt Grundkonflikte der solidarischen Finanzierung unter der Berücksichtigung sozialer und kultureller Sichtweisen.

 

Einführende Literatur:

  • Arhinful, Daniel K. 2003. The solidarity of self-interest. Social and cultural feasibility of rural health insurance in Ghana. Leiden: African Studies Centre.
  • De Swaan, Abram & Marcel van der Linden (eds.). Mutualist Microfinance. Informal Savings Funds from the Global Periphery to the Core?. Amsterdam: aksant.
  • Klocke-Daffa 2001. Wenn du hast, musst du geben. Soziale Sicherung im Ritus und im Alltag bei den Nama von Berseba/Namibia. Münster: Lit.
  • Steinwachs, Luise 2006. Die Herstellung sozialer Sicherheit in Tanzania. Prozesse sozialer Transformation und die Entstehung neuer Handlungsräume. Münster. LIT