Vorlesung:

Einführung in die Medizinethnologie

Wintersemester 2006/07

PD Dr. Brigit Obrist (Brigit.Obrist@unibas.ch)
Universität Basel, Ethnologisches Seminar

 

In den 1980er Jahren hat sich die Medizinethnologie (engl. Medical Anthropology) als Spezialgebiet der Ethnologie etabliert. Das Interesse für den Umgang mit Krankheit, Heilung und Gesundheit in unterschiedlichen Gesellschaften und Kulturen reicht jedoch bis in die Anfänge des Fachs zurück. Heute stellen sich für die Medizinethnologie neue Herausforderungen. Zum einen müssen wir uns fragen, wie gesundheitsbezogene Themen mit weiteren Aspekten des sozialen, kulturellen und religiösen Lebens in einer Gesellschaft verknüpft sind. Damit verbunden müssen wir ergründen, ob und wie sich Verständnis und Handeln in Bezug auf Gesundheit und Krankheit in einer immer stärker vernetzten und sich immer rascher wandelnden Welt verändern, und wie die Theoriebildung der Ethnologie aber auch der anderen Sozial- und Kulturwissenschaften für ein vertieftes Verständnis dieser Phänomene fruchtbar gemacht werden kann. Diese Vorlesung führt in den thematischen Schwerpunkt ein und gibt einen Überblick über die wichtigsten Etappen in der Fachgeschichte. Schlüsselkonzepte und Forschungsansätze werden auf der Basis von ethnographischen Fallstudien herausgearbeitet und auf unterschiedliche Standpunkte, Perspektiven und Herangehensweisen der Forscher bezogen.

Einführende Literatur: Lux Thomas (Hg.) Kulturelle Dimensionen der Medizin. Ethnomedizin -Medizinethnologie – Medical Anthropology. Berlin: Reimer 2003.