Proseminar:

Ethnologie der Ernährung an regionalen Beispielen

Wintersemester 2006/07

Yi Chen, M.A. (chenevayi@gmx.net)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Südasien-Institut

Voraussetzungen / Organisatorisches: Anmeldungen an chenevayi@gmx.net

 

„Der Mensch ist, was er isst“. Essen gehört, wie Trinken und Schlafen, zu den Grundbed“rfnissen des Menschen. Das Was, Wie und Wo des Essens ist jedoch nicht festgelegt. Was das Essen betrifft, hat jeder Mensch eigene Werte und Vorstellungen, darauf basierend wird unterschiedliches Essverhalten ausgebildet. Die Ernährungsvorstellungen sind nicht nur individuell, sondern auch von den jeweiligen Kulturen geprägt. Was essbar ist und was nicht, wie Speisen zuzubereiten sind, wie Nahrungsmittel klassifiziert werden, mit welchem Gerät man essen darf, wie man sich am Tisch zu verhalten hat und vieles mehr – sind Teil eines kulturellen Regelwerks. Der Esstisch ist in der Tat eine verkleinerte Welt, in der sich die verschiedenen Ebenen der menschlichen Welt spiegeln – wie etwa die gesellschaftliche Struktur, kosmologische Vorstellungen, technologisches Niveau, Wirtschaft, Gesundheitssystem usw. Die Untersuchung von Ernährung ermöglicht ein tieferes Verständnis der jeweiligen Kulturen. In diesem Proseminar werden sowohl wichtige Themen und Diskussionen der Ethnologie der Ernährung als auch einige empirische regionale Beispiele erörtert. Ziel der Veranstaltung ist es, einen Überblick über die Ernährungsethnologie zu geben.

Themen:

  • Ernährung und Gender
  • Nahrungstabus
  • Technologie und Kochkultur
  • Nahrungsklassifikation
  • Ernährung und Identität
  • Geschmack
  • Gesunde Ernährung
  • Regionale Beispiele: Südamerika, Südostasien, Indien, China und Europa