Master-Seminar:

Medizin, Macht und Globalisierung

Sommersemester 2009

Prof. Hansjörg Dilger (hansjoerg.dilger@berlin.de)
Freie Universität Berlin, Institut für Ethnologie

 

Dieses Teilmodul behandelt die globalen und transnationalen Verflechtungen, die den Umgang mit Krankheit und Gesundheit – und in einem weiteren Sinne das Feld „Medizin“ – in einer vernetzten Welt kennzeichnen. Im Vordergrund stehen rezente Ansätze der Medizinethnologie, die die Ver­breitung medizinischer Ideen, Technologien und Substanzen über regionale, kulturelle und soziale Grenzen hinweg analysieren. Mit Bezug auf die allgemein-theoretischen Rahmendebatten zu Globalisierung, Transnationalität und „Development“ wird zum einen der Zu­sammenhang zwischen Migration und Gesundheit und die erhöhte Mobilität von Patienten und Gesundheitsfachkräften im Zuge globaler und transnationaler Verflechtungen beleuchtet. Zum anderen thematisiert das Modul die Expansion von Biomedizin, die sowohl im Hin­blick auf die gegenwärtige „Verwissenschaftlichung“ traditioneller Medizinen, als auch hinsichtlich aktueller Pharma-Politiken und neuer Verständnisse von Biological Citizenship beleuchtet wird. Am Beispiel von Epidemien wie HIV/AIDS und SARS, aber auch mit Blick auf konkrete Gesundheitsinterventionen (z.B. Malaria), werden schließlich die engen Verflechtungen zwischen Gesundheitspolitiken und International Development beleuchtet, die die machtbeladenen Wechselbeziehungen zwischen Gesundheit, Gesellschaft und Ökonomie im Kontext der Globalisierung in besonderer Weise offen legen.