Hauptseminar:

Migration, Geschlecht und Gesundheit

Wintersemester 2004/05

Dr. des. Hansjörg Dilger (hansjoerg.dilger@berlin.de)
Freie Universität Berlin, Institut für Ethnologie

Migrationsverläufe sind – ob es sich dabei um Binnenmigration oder aber um Wanderungsprozesse über nationale Grenzen hinaus handelt – immer auch geschlechtsspezifisch geprägt: Nicht nur sind die Motive und Faktoren, die zur Migration führen (z.B. Flucht, Vertreibung, Arbeit, Heirat), für Männer und Frauen oft verschiedene; auch sind die Lebensbedingungen, die MigrantInnen am Zielort vorfinden, ebenso wie die Rückbezüge zum Herkunftskontext, in der Regel geschlechtsspezifisch ausdifferenziert.

In diesem Seminar soll untersucht werden, wie sich die unterschiedlichen Bedingungen der Migration auf den Umgang von Männern und Frauen mit Krankheit, Gesundheit und Heilung auswirken und wie gleichzeitig die Verteilung von Krankheit innerhalb von Migranten-Communities aufgrund von strukturellen Gegebenheiten (Politik, Ökonomie, Gewalt, Rassismus) geschlechtsspezifisch geprägt wird. Wir werden dazu allgemein-theoretische Texte und Fallstudien zum Zusammenhang von Migration, Geschlecht und Gesundheit in Europa, Australien, Südamerika und Afrika lesen. Ein weiterer thematischer Schwerpunkt des Seminars soll auf Untersuchungen über AIDS, Geschlecht und Migration in Afrika liegen, in deren Mittelpunkt nicht nur die Perspektiven von Frauen, sondern auch von migrierenden Männern stehen.