Hauptseminar: Körperdiskurse in der Medizinethnologie

Sommersemester 2004

Ehler Voss, M.A. (ehlervoss@kaleidoskopien.de)
Universität Leipzig, Institut für Ethnologie

Die Medizinethnologie hat im Laufe ihrer Geschichte zunehmend die kulturelle Konstruktivität von Krankheit, Gesundheit und Heilung herausgearbeitet und im Zuge der science studies auch universale Gewissheiten der modernen Biomedizin in Frage gestellt. Der menschliche Körper wird dabei nicht mehr als reduzierbare „natürliche“ Gegebenheit gedacht, sondern als Effekt von Repräsentationen. Durchdrungen von kulturellen Kodierungen tritt er nur innerhalb dieser zu Tage. Immer wieder wird jedoch der Körper als Ausgangspunkt für Einwände gegen eine solche Position genommen und versucht, an ihm Grenzen der Konstruktivität sichtbar werden zu lassen. Durch das Nachzeichnen dieser Diskurse über den Körper bietet das Seminar Einblicke in aktuelle Fragestellungen der Medizinethnologie und deren Geschichte.

Literatur zur Vorbereitung:

  • Csordas, Thomas J. 1994: Introduction: The Body as Representation and Being-in-the-World. In: Ders. (Hg.): Embodiment and Experience. The Existential Ground of Culture and Self. Cambridge: Cambridge University Press, 1-24.
  • Foucault, Michel 1977 [1976]: Sexualität und Wahrheit. Bd. 1. Der Wille zum Wissen. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
  • Foucault, Michel 2002 [1971]: Nietzsche, die Genealogie, die Historie. In: Ders.: Dits et Ecrits. Schriften Bd. 2. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 166-191.
  • Jonas, Reinhard 2000: Der menschliche Körper. Anthropologie und Literatur (kommentierte Bibliographie). In: http://www.uni-konstanz.de/FuF/ueberfak/sfb511/publikationen/menschliche.html [11.02.2004].
  • Lux, Thomas (Hg.) 2003: Kulturelle Dimensionen der Medizin. Ethnomedizin – Medizinethnologie – Medical Anthropology. Berlin: Reimer.
  • Scheper-Hughes, Nancy und Margaret Lock 1987: The Mindful Body. A Prolegomenon to Future Work in Anthropology. In: Medical Anthropology Quarterly 1, 6-41.